Der Rote Turm

Im Jahre 1506 wurde in Halle ein gewaltiges Bauprojekt vollendet: Der Rote Turm im Zentrum des halleschen Marktplatzes erhielt nach 88 Jahren Bauzeit seinen Knopf mit 246 Stacheln als abschließende Bekrönung. Der Turm blieb die besondere Zierde der Stadt Halle, denn zusammen mit der kurz danach erbauten Marktkirche bildet der hallesche Campanile das Wahrzeichen der Saalestadt und ist als freistehender Glockenturm in dieser Form in Deutschland einzigartig.

Das gotische Bauwerk mit einer Höhe von 84 Metern gliedert sich in einen quaderförmigen Schaft, zwei achteckigen Glockengeschossen mit großen Maßwerkfenstern und einen imposanten Turmhelm.

Die Namenswahl wird heute dem verwendeten Kupferdach oder (noch wahrscheinlicher) der engen Verbindung des Turms zum Blutgericht, welches in unmittelbarer Nähe am Roland tagte, zugeschrieben.

Der Rote Turm besitzt mit seinen 76 Glocken das größte Glockenspiel Europas und das drittgrößte Glockenspiel der Welt (Gesamtgewicht: 45.980 kg).

Von Juli 2007 bis Dezember 2008 wurde der Schaft des Turmes saniert. Dabei wurden Steinmetz-, Stahlbau- und Elektroarbeiten im Innenbereich zum Erhalt von Halles Wahrzeichen vorgenommen. Danach erfolgte von November 2008 bis September 2009 außen das Anbringen der Sandsteintafeln. Nachdem ein Blitzeinschlag die Glockenspiel-Automatik beschädigt hatte, erklingt nach zweijähriger Reparatur seit 25. Mai 2016 wieder die akustische Zeitansage. Zum ersten Mal seit 23 Jahren geben die fünf Uhren-Glocken in der Turmspitze wieder den Westminster-Schlag, der sich jeweils viertelstündig um einen Ton erweitert. Viermal täglich gibt es Musik der Glockenspielautomatik, die 36 der insgesamt 76 Glocken nutzt. Dreimal im Jahr etwa soll ein direktes Glockenspiel-Konzert stattfinden, bei dem dann alle Glocken genutzt werden.

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