Oberburg Giebichenstein

Giebichenstein gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten der Stadt Halle. Die gleichnamige Burg findet in einer Urkunde des Königs Otto I. im Jahr 961 erstmals Erwähnung. Von dieser „Alten Burg“ ist nichts erhalten geblieben, ließen doch die Besitzer, die Magdeburger Erzbischöfe, im 12. Jahrhundert auf dem Porphyrfelsen einen repräsentativen Neubau errichten.

Nach der bekannten Sage von Ludwig dem Springer soll der Thüringer Landgraf im Gefängnis dieser Burg eingekerkert gewesen sein. Während die im 15. Jahrhundert erbaute Unterburg in wesentlichen Teilen erhalten blieb, ist die Oberburg Giebichenstein seit dem Dreißigjährigen Krieg Ruine.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besaß das „verfallene Schloss“ (Eichendorff) auf dem Felsen an der Saale große Anziehungskraft für zahlreiche Dichter der Romantik, die hier und in den angrenzenden Gärten Anregungen für ihre poetischen Werke fanden.

Geschichte der Oberburg und die Sage von Ludwig dem Springer

Die Oberburg Giebichenstein gelangte 1906 in städtischen Besitz. In den 1960er Jahren legten umfangreiche Grabungsarbeiten die Fundamente der einstigen Bebauung offen. Sichtbar wurden Größe und Standort von Palast, Wohnturm und Burgkirche, die für einen fürstlichen Residenz- und Verwaltungssitz unerlässlich waren. Das Gelände konnte 1966 als Architekturmuseum der Öffentlichkeit übergeben werden. Nach erneuten Rekonstruktionsarbeiten in den 1990er Jahren ist es wieder möglich, Torturm und Gewölbekeller zu besichtigen.

An der Saale im Herbst mit Blick auf die Oberburg Giebichenstein

 

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